Von young Carers für young carers

Unsere Entstehungsgeschichte

Natasha Hunziker

Gründerin & Young Carer

Natasha wurde bereits mit acht Jahren ein Young Carer als ihre Mutter an unterschiedlichen psychischen Erkrankungen und später an Krebs erkrankte. Von da an musste sie in die Rolle ihrer Mutter schlüpfen. Spontane Treffen mit Freunden gab es selten. Sie musste sicherstellen, dass sie und ihre Schwester ihre Hausaufgaben erledigten, und dass es Mahlzeiten gab. Anfänglich war Natasha davon überzeugt, es sei normal, was sie durchlebe. Später bemerkte sie, dass es nicht normal ist, als Kind Aufgaben zu übernehmen, die sonst Erwachsene erledigen.

Mit 20 Jahren ist sie zufälligerweise im Internet über den Begriff «Young Carer» gestolpert. Sie war überrascht, dass allein in der Schweiz über 180’000 andere junge Personen existieren, die auch im Alltag eine nahestehende Person unterstützen. Denn sie war jahrelang fest davon überzeugt, dass sie mit diesen Erfahrungen allein ist.

Während ihren 12 Jahren als Young Carer fühlte sie sich häufig nicht verstanden. Oftmals fühlte sie sich überfordert oder isoliert, da sich ihre Lebensrealität stark von der ihrer Freunde unterschied. Sie empfand es als Herausforderung, ihre Situation anderen zu erklären, da ich selbst gar nicht wusste, was ein Young Carer ist.

Umso mehr sieht sie den Dialog über sowie Unterstützung für Young Carer als unabdingbar. Ende 2024 gründete sie Caring4YoungCarers mit der Mission, eine Welt zu schaffen, in der Young Carer gesehen und unterstützt werden. Von der Gesellschaft wünscht sich Natasha Empathie, Geduld und ein offenes Ohr für Young Carers.

Auch wenn es eine schwere Zeit für Natasha und ihre Familie war, versucht sie auch die positiven Seiten zu erkennen. Sie hat in dieser Zeit viel Empathie, Verantwortung und Durchhaltevermögen sowie früh Selbstständigkeit entwickelt – wertvolle Kompetenzen für alle Lebensbereiche. Eine Botschaft, die sie auch an andere Young Carer weitergeben möchte.

Sophia Hunziker

Marketing & Workshop Director & Young Carer

Sophias Mutter war sehr lange krankt, wobei sie zwischen 14 und 16 so richtig in die Rolle eines Young Carers schlüpfte. Sie hat damals kaum über ihre Situation zu Hause gesprochen, da sie dachte, dass andere ihre Situation nicht verstehen würde. Rückblickend glaubt sie, dass es ihr geholfen hätte, sich weniger isoliert zu fühlen, wenn sie darüber gesprochen hätte. Genau deshalb ist es Sophia so wichtig, dass Young Carers sich heute mehr verstanden fühlen und die gesellschaftliche Unterstützung erhalten, die ihnen ermöglicht, als Kinder und Jugendlichen mit Berücksichtigung auf auch ihre Bedürfnisse aufwachsen können. Sophia studiert Jura und ist die Schwester von Natasha.